Was bei Stress im Gehirn passiert und wie emTrace® dahinterliegende emotionale Blockaden löst

Wie läuft die Emotionsregulation im Gehirn ab?


Unser Gehirn verfügt im vorderen Stirnbereich über einen ausgeprägten präfrontalen Cortex (blauer Bereich, siehe Abbildung). Dieses Areal ist für unsere geistigen Fähigkeiten verantwortlich und gibt uns die Fähigkeit zu denken, planen und zu entscheiden. Dort werden auch unsere Emotionen reguliert.

Eine andere entscheidende Region, die an der Emotionsregulation beteiligt ist, ist das limbische System (roter Bereich, siehe Abbildung). Es befindet sich in der Mitte des Gehirns und wird aus verschiedenen Untereinheiten, wie der Amygdala und dem Hippocampus gebildet.

Dabei funktioniert die Amygdala über unser emotionales Gedächtnis wie eine Alarmzentrale. Einen bestimmter Geruch, wie zum Beispiel der von Feuer wird mit möglicher Gefahr assoziiert und lässt und blitzschnell reagieren.

Der Hippocampus unterstützt uns bei der Verarbeitung von Erlebnissen und Emotionen. Nach einem beängstigenden Ereignis können wir uns zwar noch daran erinnern, aber die Angst durch die Verarbeitung nicht mehr fühlen. Was im Gedächtnis bleibt sind "nur noch" Informationen und keine fühlbaren Emotionen. Diese sind verarbeitet und nur noch eine Erinnerung. Zur unterhaltsamen Darstellung dieses Prozesses kann ich sehr den Film "Alles steht Kopf" empfehlen.


Optimaler Normalzustand:

Sind wir in einem entspannten Zustand arbeiten der präfrontale Cortex und das limbische System als Funktionsnetzwerk im Dialog auf neuronaler Ebene zusammen.

Wir können klar denken und intelligente Entscheidungen treffen mit vollem Zugriff auf unsere kognitiven Ressourcen.


Was passiert im Gehirn bei Stress?


Bei einem Streit oder einer aufreibenden Situation ist die Alarmzentrale (Amygdala) besonders wachsam und sendet viele Informationen an den außenliegenden präfrontalen Cortex.

Der präfrontale Cortex hat einen Überhitzungsschutz und schaltet sozusagen ab, wenn der Druck zu stark wird und schießt über. Wir gehen sinnbildlich unter die Decke und sagen unter Umständen Dinge, von denen wir genau wissen, dass es uns nachher leid tun wird.



Wie funktioniert Emotionscoaching mit dem emTrace® Konzept?


Durch ein Emotionscoaching wollen wir erreichen, dass der präfrontale Cortex in der Zielsituation wieder aktiviert ist und wir wieder handlungsfähig auf alle Ressourcen zugreifen können.

  1. Dafür wird zuerst das Stressnervenzellnetzwerk, also die Amygdala aktiviert

  2. Gleichzeitig wird die Emotionsregulation durch Aktivierung des präfrontalen Cortex angeregt

Denn Studien haben gezeigt, dass durch Aktivierung des präfrontalen Cortex die Amygdala wieder runter reguliert werden kann und das Gehirn umlernt.



1. Aktivierung des Stressnervenzellnetzwerkes


Wir aktivieren das Stressnervenzellnetzwerk, indem Sie in Ihrer Vorstellung an die stressende Situation denken und dabei bewusst eine bestimmte Augenposition einnehmen – einen sogenannten SPOT.

"Studien haben gezeigt, dass die Richtung, in die wir schauen, beeinflusst, wie wir uns fühlen bzw. zu welchen Informationen wir innerlich Zugang haben" (Dirk Eilert, 2020).

Dazu können Sie gerne ein kurzes Experiment machen: Überlegen Sie mal wie viele Fenster Ihr Zuhause hat. Sie werden merken, dass sich Ihre Augen unwillkürlich bewegen während Sie nachdenken.

"Unsere Augen bewegen sich nicht nur, wenn wir im Außen etwas suchen, sondern auch um unseren inneren „Raum“ nach einer Antwort abzuscannen. Die Gehirnforschung hat sogar gezeigt, dass unterschiedliche Blickpunkte unterschiedliche Nervenzellnetzwerke in unserem Gehirn aktivieren" (Dirk Eilert, 2020).

So unterstützen wir also das Stressnervenzellnetzwerk über eine bestimmte Blickrichtung bei der Aktivierung. Unser Ziel ist die Augenposition zu finden bei der der Stress am größten ist. Anschließend halten Sie Ihren Blick genau auf diesen Punkt.


2. Anregung der Emotionsregulation durch Aktivierung des präfrontalen Cortex


Der präfrontale Cortex lässt sich durch die bifokale Achtsamkeit aktivieren. Dafür lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf mindestens zwei Dinge gleichzeitig. Das ist mental herausfordernd und aktiviert gezielt den präfrontalen Cortex. Während Sie sich auf die stressauslösende Situation konzentrieren, halten Sie gleichzeitig die Augen auf den zuvor bestimmten Blickpunkt im Raum und beobachten zusätzlich, was gerade innerlich passiert.

Sie bleiben mit Ihrer Aufmerksamkeit in der Gegenwart und nehmen wahr, was passiert und welche Gedanken, Gefühlte oder Bilder sich zeigen. Sie betrachten alles im Hier und Jetzt, bleiben wertungsfrei und ohne reagieren zu müssen.


Durch die geteilte Aufmerksamkeit und das bewertungsfreie Beobachten wird der präfrontale Cortex gezielt aktiviert und das Stressnervenzellnetzwerk, beziehungsweise die Amygdala kann während dieses Prozesses wieder runterfahren.



Danach ist wieder eine entspannte Kommunikation zwischen präfrontalen Cortex und limbischen System möglich. Unser Gehirn speichert diese Erkenntnis und so können wir auch zukünftig in der gleichen oder ähnlichen Situation mit klarem Blick und vollem Zugriff auf unsere kognitiven Ressourcen reagieren.


emTrace® wurde im Jahr 2018 von Dirk W. Eilert entwickelt und wird in Inhalten und Interventionstechniken ständig an den aktuellen Stand der Emotion- und Wirksamkeitsforschung angepasst. Es versteht sich als dynamischer Coachingansatz, der sich konsequent weiterentwickelt und an neue Entwicklungen und Erkenntnisse angepasst wird. Lösen Sie emotionale Blockaden und stärken Sie Ihre Ressourcen durch den integrativen Coachingansatz.

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© 2020 by Ann-Kathrin Richarz   |                       |                          |